Billinski · Ratgeber
Kleinunternehmer mit Shopify: Rechnungen ohne Umsatzsteuer
Viele Shops starten als Kleinunternehmer und weisen keine Umsatzsteuer aus. Seit 2025 gelten neue Grenzen, und die Rechnung braucht einen bestimmten Hinweis. Was du beachten solltest, damit Shopify, Rechnung und Steuer zusammenpassen.
Die Grenzen seit 2025
Kleinunternehmer nach § 19 UStG bist du, wenn dein Gesamtumsatz im Vorjahr höchstens 25.000 € betrug und im laufenden Jahr 100.000 € nicht übersteigt. Neu seit 2025: Überschreitest du im laufenden Jahr die 100.000 €, gilt die Regelbesteuerung sofort ab dem Umsatz, mit dem die Grenze überschritten wird, nicht erst im Folgejahr. Viele ältere Seiten nennen noch die früheren Werte von 22.000 € und 50.000 €. Gezählt werden alle Umsätze deines Unternehmens, nicht nur die aus dem Shop.
Was auf die Rechnung gehört
Kleinunternehmer dürfen eine vereinfachte Rechnung ausstellen (§ 34a UStDV): Name und Anschrift von dir und deinem Kunden, Ausstellungsdatum, Menge und Art der Leistung, das Entgelt und einen Hinweis, dass für die Lieferung die Steuerbefreiung für Kleinunternehmer gilt, etwa „Gemäß § 19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet“. Eine Rechnungsnummer ist trotzdem sinnvoll, damit Erstattungen und Buchhaltung sauber zuordnen können.
Weist du auf der Rechnung trotzdem Umsatzsteuer aus, schuldest du sie dem Finanzamt (§ 14c UStG), obwohl du Kleinunternehmer bist.
Shopify richtig einstellen
Der häufigste Fehler: In Shopify ist die Steuererhebung für Deutschland eingeschaltet, und der Checkout zeigt „inkl. 19 % MwSt.“. Schalte die Steuererhebung unter Einstellungen → Steuern und Zollgebühren aus, solange du Kleinunternehmer bist. Sonst passen Checkout, Bestellbestätigung und Rechnung nicht zusammen.
E-Rechnung: empfangen ja, ausstellen nein
Kleinunternehmer sind von der Pflicht befreit, E-Rechnungen auszustellen. Empfangen können musst du sie aber seit 2025 wie alle Unternehmen, etwa die Rechnungen deiner Lieferanten. Eine E-Rechnung freiwillig auszustellen ist erlaubt und für Firmenkunden oft angenehm.
Kleinbetragsrechnung bis 250 €
Für Beträge bis 250 € brutto genügt eine Kleinbetragsrechnung mit weniger Angaben (§ 33 UStDV), zum Beispiel ohne Anschrift des Kunden. Das hilft bei Bestellungen ohne vollständige Kundendaten.
Wenn die Grenze fällt
Behalte deinen Umsatz im Blick. Wechselst du zur Regelbesteuerung, stellst du ab dem maßgeblichen Umsatz Rechnungen mit Umsatzsteuer aus, schaltest die Steuer in Shopify ein und meldest dich bei deiner Kanzlei. Für Verkäufe ins EU-Ausland gibt es seit 2025 außerdem eine EU-Kleinunternehmerregelung mit eigener Anmeldung; ob sie für dich passt, klärst du am besten mit deiner Steuerberatung.
So macht es Billinski
Unter Einstellungen → Steuer stellst du Billinski auf Kleinunternehmer. Dann entstehen Rechnungen ohne Umsatzsteuer, mit dem Hinweis nach § 19 UStG und trotzdem als gültige E-Rechnung. Berechnet Shopify doch Steuer, hält Billinski die Bestellung an und erklärt, was in Shopify zu ändern ist, statt eine falsche Rechnung zu schreiben. Die Übersicht warnt dich, wenn deine Umsätze über Billinski die Grenzen erreichen, und der DATEV-Export bucht auf das Kleinunternehmer-Konto. Preise ansehen
Stand Oktober 2026. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick und ersetzt keine Steuerberatung.