Billinski · Ratgeber
EU-Versand mit Shopify: OSS, Steuersätze und Rechnungen
Sobald du nennenswert an Privatkunden in anderen EU-Ländern verkaufst, gilt deren Umsatzsteuersatz statt der deutschen 19 %. Wie die Lieferschwelle funktioniert, was das One-Stop-Shop-Verfahren (OSS) ist und wie die Rechnung aussehen muss.
Die Lieferschwelle von 10.000 €
Für Fernverkäufe an Privatkunden in anderen EU-Ländern gilt eine gemeinsame Schwelle von 10.000 € im Jahr, zusammengerechnet über alle EU-Länder (§ 3c Abs. 4 UStG). Darunter darfst du mit deutscher Umsatzsteuer verkaufen. Darüber, oder wenn du freiwillig verzichtest, gilt der Steuersatz des Landes, in das du lieferst, also etwa 20 % für Österreich oder 21 % für die Niederlande.
Das OSS-Verfahren
Damit du dich nicht in jedem Land registrieren musst, meldest du diese Umsätze gesammelt über den One-Stop-Shop beim Bundeszentralamt für Steuern (§ 18j UStG), vierteljährlich. Die Anmeldung zum Verfahren erfolgt beim BZSt, meist über deine Kanzlei.
Shopify richtig einstellen
In Shopify trägst du unter Einstellungen → Steuern und Zollgebühren → Europäische Union deine OSS-Registrierung ein. Dann berechnet Shopify im Checkout für jedes EU-Land dessen Steuersatz. Typische Fehler: die Registrierung fehlt und alle Länder bekommen 19 %, oder sie ist eingetragen, aber die Schwelle wurde nie überschritten und du hast nicht freiwillig optiert.
Was auf die Rechnung gehört
Die Rechnung zeigt den Steuersatz des Ziellandes und den Steuerbetrag dazu. Für Rechnungen im OSS-Verfahren gelten die deutschen Regeln für den Rechnungsinhalt. An Privatkunden besteht dabei meist keine Pflicht, überhaupt eine Rechnung zu stellen, aber eine ordentliche Rechnung gehört zum guten Kundenservice und erleichtert dir die OSS-Meldung.
Firmenkunden fallen nicht unter OSS
Lieferst du an ein Unternehmen mit gültiger USt-IdNr. in einem anderen EU-Land, ist das keine OSS-Lieferung, sondern eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung mit eigenen Pflichtangaben. Mehr dazu unter Rechnungen an Firmenkunden.
Lieferungen außerhalb der EU
Lieferungen in die Schweiz, nach Großbritannien oder in die USA sind als Ausfuhr steuerfrei (§ 4 Nr. 1 a, § 6 UStG), wenn du die Ausfuhr nachweisen kannst. Zahlt der Kunde in Franken, Pfund oder Dollar, lies auch Rechnungen in Fremdwährung.
In der Buchhaltung
OSS-Umsätze gehören auf ein eigenes Erlöskonto, getrennt nach Land und Steuersatz, damit die OSS-Meldung daraus entsteht. Im DATEV-Export trägt jede Buchung den Steuersatz des Ziellandes. Siehe Shopify DATEV-Export.
So macht es Billinski
Billinski leitet die Steuer aus Lieferland, Kundentyp und deiner OSS-Einstellung ab: deutscher Satz, Satz des Ziellandes im OSS, steuerfreie EU-Lieferung an Firmen oder Ausfuhr. Vor jeder Rechnung prüft es, ob Shopify genau diesen Satz berechnet hat; passt er nicht, wartet die Bestellung mit einer Erklärung, statt eine falsche Rechnung zu schreiben. Im DATEV-Export stehen OSS-Umsätze mit dem Steuersatz des Ziellandes auf eigenem Konto. Preise ansehen
Stand Oktober 2026. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick und ersetzt keine Steuerberatung.